Alt werden ist ein Luder

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Anlässlich meines baldigen Geburtstags möchte ich mich heute dem Thema Altern in der heutigen Gesellschaft widmen. Nein, nicht wirklich, aber das war ernsthaft einmal der Titel einer Univorlesung meiner Mama. Bei mir gehts nicht so philosophisch zu…versprochen! Wenn ich über dieses Thema nachdenke, kommt mir sofort die Aussage “Alt werden ist ein Luder” von der Oma meines ersten Zweibeiner-Papas in den Sinn. Damals haben ich und Mama über den Spruch noch gelacht. Meine Mama hatte dazumal noch die knackige 2 an erster Stelle und ich war gerade mal auf der Welt. Langsam vergeht uns aber das Lachen, denn dieses Luder macht sich nun allmählich nicht nur bei meiner Mama, sondern auch bei mir bemerkbar. *Omas wissen es halt doch immer besser* Für meine bald 9 Jahre bin ich zwar noch super fit und ich fühle mich noch weit entfernt von einem Seniorhund, aber dennoch machen sich auch bei mir kleine Baustellen und Alterserscheinungen bemerkbar. In mir stecken halt doch schon viele Abenteuer und Erlebnisse und so viele gegangene Kilometer. Die Zeit der Halbtagesmärsche ist mittlerweile vorbei, genauso wie das stundenlange Spielen mit meinen Artgenossen. Ersteres würde ich wahrscheinlich sogar noch durchhalten, muss aber aus gesundheitlichen Gründen einfach nicht mehr sein und zweiteres interessiert mich schlichtweg nicht mehr. Ja, ich werde alt und genieße vermehrt meine Zeit auf der Couch und meinen diversen anderen Lieblingsplätzen. Mama erfreut sich zwar dieser ruhigen und kuscheligen Seite an mir, aber sie jammert Papa regelmäßig damit voll, dass ihr die Zeit mit mir viel zu schnell vergeht. Und was heißt eigentlich volljammern? Das ist ja noch zu harmlos ausgedrückt… sie heult regelrecht Rotz und Wasser, sobald sie nur daran denkt, dass sie jeder meiner Geburtstage meinem Ende näher bringt. Grundsätzlich verstehe ich ja das Dilemma, denn sind wir uns ehrlich, meine Tage sind gezählt. Das klingt jetzt ultra dramatisch und vielleicht ein bisschen übertrieben, aber es ist wie es ist. Bei einer Lebenserwartung von 12 – 14 Jahren habe ich halt doch schon die Hälfte meiner Zeit hier auf Erden hinter mir. Ich habe mir zwar fest vorgenommen meiner Mama zwei Extrajahre mit mir zu schenken und strebe die 16 an, aber versprechen kann ich halt auch nix. Ich gebe aber mein bestes!

Aber nun genug von dem ganzen Gerede über Lebenserwartungen und dem nahenden Tod… ich lebe im hier und jetzt und denke weder an gestern noch an morgen. Das solltet ihr Zweibeiner übrigens auch einmal probieren. Apropos probieren: Ich probiere jetzt ein Hundebier. Die letzten Tage mit der 8 müssen gefeiert werden, da darf schon etwas besonders her. Und alt werden kann ich dann morgen oder übermorgen, oder überübermorgen…

Fotos by Julia Sonnleitner Photography

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