Alle Jahre wieder

Published by

on

Vor gut einem Monat schallte es von überall her “Alle Jahre wieder kommt das Christuskind”. Bei mir heißt es um dieselbe Zeit “Alle Jahre wieder kommt mein Abszess”. Seit ca. vier Jahren bekomme ich in regelmäßigen Abständen einen Abszess auf meiner rechten Pfote, immer im selben Zwischenzehenbereich. Zwischen Dezember und Februar tritt er vermehrt und immer in besonderer Intensität auf. Letztes Jahr, genau am Tag der freien Trauung meiner Eltern, bekam ich den Abszess das erste Mal auf meiner linken Pfote und es war so schlimm, wie nie zuvor. *Das war vielleicht ein nicht labbitastisches Timing, aber irgendwer musste ja für das schöne Wetter im Jänner bezahlen – ich wars.*

So prall gefüllt und sichtbar erscheint der Abszess am schlimmsten zu sein, aber das täuscht. Er sieht vielleicht ekelig aus, aber er ist überhaupt nicht mehr schmerzvoll. Das einzige was mich nervt: Der Abszess raubt mir Energie – ich bin sooooo müde und möchte nur schlafen.

Warum mein Leiden, dessen medizinischer Fachausdruck übrigens interdigitale Furunkulose lautet, vermehrt in den Wintermonaten auftritt, kann mir und meinen Eltern kein Tierarzt so wirklich genau erklären. Meine TCM-Tierärtzin Dr. Fröschl, die ich jedem Vierbeiner nur wärmstens empfehlen kann, meint dazu, dass sich so ein Körper allerhand merken kann und bestimmte Krankheitsverläufe gerne in gewohnten Zyklen verlaufen lässt. Eine derartige Furunkelbildung, wie bei mir, kann viele verschiedene Ursachen haben. Bei meinen Abszessen handelt es sich immer um die Entzündung eines tief liegenden Haarfollikels. Durch eine wahrscheinliche Fehlbelastung meiner Vorderpfoten bzw. -ballen kommt es regelmäßig zu eingetretenen bzw. eingewachsenen Haaren, die entzündete Knoten in der Haut verursachen. Wird der Druck in der Haut zu groß, entleert sich daraus oft blutig-eitriges Sekret. Mittlerweile haben meine Eltern von den diversen Tierärzten jedoch schon so viel Wissen und Handwerkszeug mitbekommen, dass es meist gar nicht mehr so weit kommt. Sobald Mama und Papa bemerken, dass sich ein Abszess anbahnt, wird meine Pfote regelmäßig mit Chlorhexidin und Käsepappeltee desinfiziert und die betroffene Stelle mit Drachenblut eingeschmiert. *Da das Zeug echte Wunder bewirkt, habe ich anfangs gedacht, ich bekomme echt das Blut eines Drachens auf meine Pfoten geschmiert. Mittlerweile weiß ich, dass es nur das rote Harz des Drachenblutbaums ist. Es wäre auch viel zu abgefahren gewesen.* Außerdem bekomme ich vermehrt meine TCM-Kräuter und zusätzlich noch täglich 5 Globoli Sulfur C30 verabreicht. In letzter Zeit wird das Abszess dann selten wirklich akut, aber wenn, dann ist es mega schmerzvoll für mich, zumindest solange bis sich das eitrige Gewebe seinen Weg von der Pfotenunterseite nach oben bahnt. Dies passiert zum Glück meist innerhalb der ersten 24 Stunden und ich bin mir nicht ganz sicher, wer in dieser Zeit mehr leidet. Ich, der vor sich herhumpeln muss oder meine Mama, die das nicht mitansehen kann. Ich bekomme als Abhilfe meist eine Schmerztablette, aber meiner Mama ist leider wirklich nicht zu helfen. Ist das Furunkel an der Oberfläche ist es nun super wichtig, dass ich nicht daran herumlecke, denn Bakterien würden die ganze Sache noch verschlimmern. Ich bekomm’ meist einen Socken angezogen und die Sache hat sich. Der Abszess entleert sich dann entweder die nächsten Tage von selbst oder bildet sich ohne Entleerung wieder zurück und irgendwann sieht man gar nicht mehr, dass da mal eine mit Eiter gefüllte Blase war. Okay, mittlerweile fehlen mir an dieser einen betroffenen Stelle die Haare, aber sonst bin ich mit meiner Wundheilung sehr zufrieden. Ich bin echt froh, dass meine Eltern und ich das mittlerweile so gut im Griff haben und halbwegs wissen, wie damit umzugehen ist, wenn der Abszess wieder auftritt, aber ein Leben ohne dem Ganzen wäre natürlich schöner. Aber wie heißt es so schön: Das Leben ist kein Wunschkonzert. Wäre es das, dann würde es täglich mehr für mich zum Futtern geben.

Mit meinen Abszessen habe ich schon einiges mitgemacht. Gleich zu Beginn meiner Leidensgeschichte 2021 haben sich Mama und Papa von einem Tierarzt zu einer Operation überzeugen lassen. Diese Entscheidung würden sie nicht mehr treffen. Den Tierarzt habe ich danach auch nicht mehr wieder gesehen. Passende Hilfe habe ich dann bei diversen anderen Tierärztinnen gefunden, aber dazu mehr in einem zukünftigen Blogbeitrag.

Hinterlasse einen Kommentar