Habt ihr schon etwas über den neuen Wellness-Trend in Amerika gehört? Er nennt sich Stoßlüften. Dieser Trend klingt für Europäer insbesondere Deutsche und Österreicher vielleicht etwas komisch, ist das doch etwas ganz verständliches für uns, aber ja Amerika *USA* ist und bleibt mir ein Phänomen. Ich bin allerdings auch kein großer Stoßlüfter, ich bin eigentlich ein Dauerlüfter. Wenns nach mir gehen würde, würden die Fenster ab Mitte September bei uns gar nicht mehr geschlossen werden. Bis Anfang November kann ich meine Pawrents überzeugen, ein bis zwei Fenster dauerhaft gekippt zu haben *unter diesen liege ich dann meist*. Danach ist Schluss damit und meine Pawrents geben w.o. Da sind sie meist schon etwas durchgefroren – Mama hat schon das fünfte Paar Socken an und der Thermophor ist schon lange ihr ständiger Begleiter. Wenn die Fenster zugehen, ist die schönste Zeit für mich vorbei. Ich würde, wie gesagt, am liebsten immer offen lassen – umso kühler, umso besser. Es gibt für mich kein zu kalt. Das liegt aber auch an meiner Rasse. Meine Vorfahren kommen von der Halbinsel Labrador im Osten Kanadas. Dort herrscht überwiegend ein frostig kaltes Klima mit einer durchschnittlichen Tagestemperatur von 8 Grad. In den Wintermonaten schafft es die Temperaturanzeige nicht einmal in den positiven Bereich. Und genau dort und bei diesen Temperaturen halfen meine Vorfahren bei der Jagd oder sie holten abgetriebene Fische und Fischernetze aus dem Wasser des Nordatlantiks. Meine Mama bekommt beim Abtippen dieser Info schon eine Gänsehaut und ich wundere mich auch wieder weniger über meine Hitzeempfindlichkeit. Regelmäßig ab Spätfrühling frage ich mich, was mit mir schief läuft, dass ich ein so hitzeempfindliches Exemplar von Hund bin. Wenn ich mir aber wieder vor Augen führe, woher ich komme, dann kann ich mit meinem Schicksal wieder Frieden schließen. Es ist doch vollkommen klar, dass ich alles über 20 Grad als Hitze empfinde. Das muss man sich mal vorstellen, meine Vorfahren sind früher bei maximal 8 Grad Außentemperatur in den Labradorsee mit maximal 9 Grad gesprungen und ich plansche im Sommer bei über 30 Grad in einem See mit über 20 Grad. *Freunde, die Rechnung geht sich nicht aus*
Jedenfalls bin ich für die kommende Heizsaison wieder labbitastisch froh darüber, dass wir keine Fußbodenheizung haben. Sowas kann ich gar nicht gebrauchen. Geheizt wird bei uns zu Hause auch nur das Mindestmaß, damit die Wände nicht komplett auskühlen und sich kein Schimmel bildet. Sollten meine Pawrents einmal auf die Idee kommen, die Heizung nach oben zu drehen, unterbinde ich das sofort, indem ich anfange zu hecheln. Das funktioniert so gut wie immer.


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