Pendre une bonne douche

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Bei uns zu Hause ist der Baulärm der letzten Woche Geschichte und unser neues Badezimmer mit Dusche statt Badewanne ist so gut wie fertig. Hier fehlt noch das ein oder andere Regal, da tropft noch eine Leitung, aber egal, die Dusche steht. Meinem Duschvergnügen steht also nichts mehr im Wege, außer ich mir selbst, denn wenn es etwas gibt, dass ich fast genau so wenig liebe, wie die erzwungene Seitenlage beim Arzt, dann ist es Wasser von oben in einem geschlossenen Raum. Dabei von Papa noch einshampooniert zu werden, macht die ganze Sache nicht besser trotz jeglicher Bemühungen seitens Mama mich mit massenweise Leckerlis abzulenken bzw. mich bei Laune zu halten. Ein wichtiger Grund für die Badsanierung, speziell den Tausch von Badewanne zu Dusche war deswegen auch ich. Mit dem Einbau einer Dusche soll meine Waschprozedur für uns alle erleichtert werden, sodass es vielleicht weniger Aufregung und Drama gibt, aber so wie es momentan aussieht, bringen mich keine zehn Pferde in die Dusche – zumindest nicht freiwillig. Beim ersten Versuch die neue Dusche nur zu betreten, habe ich gejammert, gejault und gebellt… also erst recht großes Drama gemacht. Jedenfalls hat Mama natürlich gleich Handlungs- und Trainingsbedarf gewittert, sodass ich vergangene Woche meine Mahlzeiten in der Dusche einnehmen musste, um dieses Teil mit positiven Dingen zu verknüpfen. Funktioniert nur bedingt, denn ich bin ja nicht komplett dämlich und kann sehr wohl unterscheiden ob es nur etwas zu futtern gibt, oder ob ich Wasser von oben zu erwarten habe. Wenn die gefüllte Futterschüssel in der Dusche steht ist mir alles egal – ich stürme ohne Bedenken und ohne darüber nachzudenken bis in die hinterste Ecke der Dusche, fresse alles genüsslich auf und verschwinde wieder. Ist die Futterschüssel jedoch weg, stell ich mich beim Betreten der Dusche an als würde es rechts und links 100 Meter nach unten gehen…. auf dermaßen wackeligen Beinen stehe und bewege ich mich fort. Ich weiß auch nicht genau woran das liegt – die verdammte Glasscheibe ist dabei jedenfalls auch nicht wirklich hilfreich. Dieses Teil ist mir nämlich nicht geheuer. Was daran liegen mag, dass sie momentan noch so sauber ist, dass ich nicht genau erkenne, wo die Glasscheibe aufhört und der Durchgang beginnt. Das ist auch der Grund, warum ich leider auch schon mehrmals leicht dagegen gedonnert bin. Ich bin aber zuversichtlich, dass sich dieses Problem bald von selbst löst, weiß ich doch, dass meine Eltern eher der Kategorie Putzmuffel angehören und Wasserflecken dadurch nicht lange auf sich warten lassen werden. Deswegen bin ich gespannt, wie sich das Verhältnis zwischen mir und der Dusche entwickelt. Meine große Liebe wird sie sicher nicht, aber vielleicht gehts doch mit viel weniger Drama, als bis jetzt. Ich werde mich jedenfalls bemühen und mein Bestes geben, damit ich Mamas und Papas Leben nicht extra schwer gestalte, sehe ich doch eigentlich auch den Sinn und Vorteil hinter dem Duschen. Durch das ständige Schwimmen, und Baden in diversen Seen, Flüssen, Bächen, gepaart mit dem extrem langsamen Trocknen meines dichten Fells siedeln sich gern Bakterien darin an, die zu üblen Geruch und noch übleren Juckreiz führen. Wenn es dann am ganzen Körper juckt und ich am liebsten nur mehr in den unterschiedlichsten Positionen am Kratzen bin, muss eine Wäsche mit Shampoo einfach wieder mal sein. Auch wenn ich mich gern gegen die Prozedur des Waschens mit allen Mitteln wehre, habe ich grundsätzlich schon auch die Vorteile bemerkt. Schließlich ist im Anschluss der Juckreiz verschwunden und ich kann auf erneute Bakterienjagd gehen. Aber zu wissen, was einem gut tut bzw. das Beste für einen ist und das dann auch zu machen, sind leider zwei verschiedene Paar Schuhe – auch in einem Hundeleben.

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