Kaum ist meine Mama ein bisschen krank *selbst diagnostizierte Kehlkopfentzündung*, steht bei ihr Prokrastination hoch im Kurs. Der Fernseher läuft bei uns die letzten Tage sogar vormittags und mein Blog gerät total in Vergessenheit. Und das obwohl Mama eh nur das tippen müsste, was ich ihr ansage… die eigentlich anstrengende und schöpferische Arbeit leiste ja ich. Aber ich will ihr das mal durchgehen lassen – lässt sie mir ja auch so oft etwas durchgehen. Wobei, vielleicht stemme ich mich ihr bei der nächsten Runde besonders entgegen, wenn ich merke, dass der Spaziergang eine Richtung einnimmt, die nicht zum Tennisplatz führt. Momentan zieht es mich nämlich wieder extrem dorthin – der Grund: Die Außensaison hat wieder begonnen und es lässt sich immer wieder ein Ball von mir finden. Bevor jetzt jemand einen Aufschrei macht, ich weiß, dass Tennisbälle nicht gut für mich und insbesondere meine Zähne sind. Hin und wieder muss man aber einfach etwas machen, was einen momentan glücklich macht, auch wenn man weiß, dass es vielleicht nicht das beste bzw. gesündeste ist. Das Leben ist viel zu kurz, vor allem so ein Hundeleben wie meines um jeder Sünde zu widerstehen. Essenstechnisch widerstehe ich so und so keiner Sünde, da gebührt Mama großes Lob und großer Respekt, dass ich dennoch seit Jahren meine sportlichen 32 kg halte und gut und gerne als Arbeitslinie durchgehen könnte. Wer sich jetzt fragt “Häh, was Arbeitslinie?”, hier eine kleine Erläuterung für alle Labrador-Unwissenden:
Bei der Rasse der Labrador Retriever (kurz Labrador) gibt es zwei verschiedene Linien, die sich in Aussehen und Bewegungsdrang klar voneinander unterscheiden. Einerseits gibt es die Showlinie, die robust und bullig ist und die Ausdauer und Kondition für eine Runde in einem Showring besitzt. Das ist jetzt vielleicht etwas überspitzt formuliert, aber wenn ich mir so manches Exemplar meiner Buddys ansehe, trifft es das leider ganz gut. Andererseits gibt es die Arbeitslinie, die dünn und athletisch gebaut ist und jeden Tag körperlich gefordert werden möchte.
Mein Körperbau, vor allem mein Kopf verraten mich: Ich gehöre eindeutig der Showlinie an, aber meine sichtbare Taille und meine Kondition könnten etwas anderes vermuten lassen. Vom Couch-Potato-Sein halte ich nämlich recht wenig, auch wenn mich meine 9 Jahre zu mittlerweile mehr und längeren Pausen zwingen. Ein stundenlanges Rumgammeln auf der Couch kommt für mich dennoch nicht in Frage und das ist gut so, denn sonst würden Mama und Papa an so manchen Tagen die Wohnung gar nicht verlassen. Ich bin ihr tägliches Fitness-Programm mit Power Walking am Morgen, Hindernislauf zu Mittag und gemütliche Cool Down Runde am Abend und genau deswegen – wegen MIR – können meine Pawrents mampfen was sie wollen, sie werden (noch) nicht fett. Ja und so schließt sich der Kreis, sie kümmern sich darum, dass ich nicht so viel scheiß futtere und ich kümmere mich darum, dass sie regelmäßig ihren Hintern bewegen. Wie es in einer Familie halt so ist – man kümmert sich.





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