Seelisch hat mich meine Mama super gut auf die Zeit nach dem 1. März vorbereitet, aber dass es dann doch eine so große Umstellung für mich und unser gesamtes Familienleben wird, damit hätte ich ehrlich gesagt echt nicht gerechnet. Mama und Papa gehen jetzt wieder arbeiten und trotzdem bin ich täglich nicht länger als 2-3 Stunden alleine. Das finde ich großartig, aber unsere Zeit als 3er Team ist extrem geschrumpft. Papa verlässt um 05:15 Uhr das Haus und Mama kommt um 18:30 nach Hause. Wie viel Zeit dann noch für gemeinsame Aktivitäten bleibt, könnt ihr euch vorstellen… so gut wie nichts. Um 21:00 Uhr, allerspätestens 22:00 Uhr liegen wir nämlich normalerweise schon wieder im Bett.
Zum Glück ist ein Lichtblick am Ende des Tunnels in Sicht, denn nach drei Monaten, wenn sich Papa hoffentlich in der neuen Firma bewährt hat, gehts für ihn wieder regelmäßig ins Home Office und das macht dann alles wieder viel, viel leichter. *Also bitte alle Pfoten drücken* Mit der Planung und Organisation unseres Alltags hab ich ja wenig am Hut, ich werd von dieser Erleichterung also wenig spüren, aber Mama und Papa strahlen jetzt schon, wenn sie von dieser Zeit sprechen. Ich freu mich aber auch schon wahnsinnig, denn an Papas Home Office Tagen kann ich meinen Wachposten vor der Tür getrost verlassen und es mir auf gemütlicheren Plätzen bequem machen. Ich kann nachmittags wieder mein Schläfchen halten oder einfach nur vor mich hindösen – jedenfalls muss ich nicht mehr auf jedes Geräusch von draußen achten. *Ja, ich nehme meinen Teilzeitjob als Wohnungsaufpasser sehr ernst*
Abends kommt der eigentlich beste Part des Tages… Papa und ich holen nach der Abendrunde täglich Mama vom Bahnhof ab. Ach, das ist wirklich die schönste Zeit … wenn Papa und ich wartend am Bahnsteig stehen, der Zug einfährt… da werde ich ganz hibbelig, weil ich weiß Mama kommt. Da meine Augen in der Detailerkennung nicht gerade die besten sind, dauert es immer etwas, bis ich sie erspähe, aber spätestens wenn ich jemanden mit einer Zeitung in der Hand erblicke, weiß ich: DAS IST SIE. Ein paar Meter näher, der richtige Geruch in der Nase und ich bin nicht mehr zu halten, begrüß sie herzhaft und schnapp mir ihre Zeitung. Keine Sorge, das ist so geplant … und Mama erwartet nichts anderes von mir – da sind wir ein absolut eingespieltes Team. Mit einer qualitativ hochwertigen deutschen Wochenzeitung im Maul und Mama an meiner Seite stolziere ich dann überglücklich nach Hause… mit diversen Zwischenstopps, weil ich meine Freude nicht bändigen kann und andere Leute begrüßen muss.
Die Zeit abends zu dritt vergeht dann leider wie im Flug – es wird gespielt, gegessen und gekuschelt bzw. werde ich von allen Seiten gestreichelt und schwups gehts auch schon wieder ins Bett, damit wir halbwegs fit sind, wenn um 05:00 der Wecker klingelt. Mama und ich zeigen uns nämlich mit Papa solidarisch und drehen nun bereits gaaaanz frühmorgens unsere erste Runde. So vergehen momentan die Tage und der Alltag hat uns wieder komplett verschlungen. So schnell, wie ich jetzt mein Frühstück verschlingen werde.


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