Das nachfolgende Gedicht stammt aus Papas Feder. Mama und ich finden, dass er ein wahrer König der Reime ist. Wir haben aber auch das Glück jedes Gedicht von ihm persönlich vorgetragen zu bekommen – auf seine eigene, spezielle und unverwechselbare Art, die einem einfach zum Lachen bringt. Jeder von euch, der schon einmal in den Genuss gekommen ist, weiß wovon ich spreche.

Bevor das alte Jahr vergeht,
die Weihnachtszeit noch ansteht.
Wir Hunde wissen, wenn es mal Last Christmas schallt,
es dann auch bald am Himmel knallt.
Für viele meiner Freunde ist diese eine Nacht die reinste Pest.
Doch nicht für mich – ich bin schussfest.
So freue ich mich jedesmal wenn ich vernehme diesen Duft,
der sich in Purkersdorf breitmacht in der Luft.
Maroni, Käse, Wurst und auch Grammeln,
darf ich dann alle vom Boden aufsammeln.
Wenn die Menschen auf den Hauptplatz strömen, als könne er sie kaum alle fassen,
und am Adventmarkt kollektiv was von ihrem Essen fallen lassen.
Wenn die Zweibeiner im Wald Garnelen und Bauchfleisch verstecken,
verschmäh ich auch das nicht und lass es mir schmecken.
Selbst zuhause endet nicht der Genuss.
Nein, der hält sich bei uns bis zum Schluss.
Denn auch da lasse ich mich täglich überraschen,
bekomm’ ich was tolles vom Kalender zum Naschen.
Und wenn sonntags aufs neue brennen am Kranz die Kerzen,
speise ich nur das Beste, von Lammfleisch bis Rinderherzen.
In dieser magischen Zeit kommen viele Dinge einher,
liebe ich doch eines von ihnen nicht so sehr.
Färbt sich die Welt weiß ist die Krone der Schöpfung plötzlich ganz klein,
denn es könnte für sie nämlich ein wenig zu rutschig sein.
Dann fluten sie Gehwege und Straßen,
mit Stein und Salz übertriebener Maßen.
Doch einem Vierbeiner wie mir schmerzen davon die Pfoten,
und ich wünschte, das Zeug wäre echt verboten.
Beim letzten Spaziergang hab ich sogar mal mitgekriegt,
wer, glaube ich, schuld ist, dass so viel von dem Mist rumliegt.
Es ist zwar komisch, weil Zweibeinern tut es nicht weh,
doch in dieser Zeit sagen mir echt zu viele davon: Scheiß Öbebeh!
Ich hoffe, der Typ liest das und bleibt besser daheim,
denn wenn ich den mal erwische, pinkle ich ihm ans Bein.
Zuhause angekommen hab ich das meistens wieder vergessen,
denn ich denk eindeutig echt zu viel an Essen.
Jetzt war ich mit euch in Gedanken echt viel unterwegs
und brauch deshalb gleich wieder ´nen Hundekeks.
Seid jedenfalls schön brav und habt immer ein Leckerlie dabei.
Außer ihr wisst, dass ich komm, dann lieber zwei.
Nächstes Jahr, selber Ort, selbe Zeit,
halt ich ´ne neue G‘schicht für euch bereit.


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