
Mama, Papa und ich – wir alle sind momentan auf der Suche. Wir alle suchen aber etwas unterschiedliches. Papa sucht passende Weihnachtsgeschenke, Mama sucht das perfekte Mittel um meine Darmflora wieder in Gang zu bringen und ich suche vergrabenes Essen im Wald. Papas Suche ist keiner Rede wert, denn ihm gehts einfach so, wie vielen anderen Zweibeinern in der Vorweihnachtszeit, aber Mamas Suche beschäftigt seit Wochen nicht nur sie, sondern natürlich auch mich. Aus irgendeinem Grund hatte ich dieses Jahr nämlich schon dreimal eine verstopfte Analdrüse. Ich gebe zu, das ist jetzt vielleicht nicht das gschmackigste Thema und für euch nicht die leichteste Kost, aber auch darüber gehört geredet. Glaubt mir, es ist mir eh ziemlich unangenehm. Eine verstopfte Analdrüse, so etwas kannte ich bis dato nicht, da mein Körper alles diesbezüglich von selbst regelte. Dieses Jahr scheint aber alles anders zu sein, sodass sich Mama und ich zwangsläufig ausführlicher mit dieser Thematik beschäftigen mussten. Hier nun eine kleine Einführung in die “Analdrüsenlehre”:
Die Analdrüsen des Hundes befinden sich rechts und links vom After und besitzen Öffnungen zum Darm. Die Analdrüsen produzieren ein bräunliches Sekret, welches in zwei Analbeutel gesammelt wird und gleichzeitig mit dem Kotabsatz ausgeschieden wird. Das für den Menschen unangenehm riechende Sekret ist die individuelle Duftnote jeden Hundes. Sie kommunizieren damit, signalisieren damit ihre Paarungsbereitschaft und markieren damit ihr Territorium. Eine verstopfte Analdrüse kann verschiedene Ursachen haben, wobei die Kotbeschaffenheit und die Darmflora wichtige Faktoren dabei sind. Ist die Funktion der natürlichen Sekretabgabe gestört, verdickt es sich in der Analdrüse. Es kommt zu Verstopfungen der Drüse und das führt zu Druckschmerzen und Entzündungen, manchmal auch zu eitrigen Abszessen, bei denen nur noch eine Operation Abhilfe schaffen kann. Ein häufiges Anzeichen für verstopfte und entzündete Analdrüsen ist das sogenannte Schlittenfahren. Dabei rutscht der Hund sitzend mit dem Hinterteil über den Boden (meistens Teppich). Er versucht sich auf diesem Weg Erleichterung zu verschaffen, den Juckreiz zu lindern oder sogar die Verstopfung der Analdrüsen zu lösen. Weitere häufige Symptome sind das Lecken am After oder das Beißen und Knabbern an Rute, Hinterbeinen oder After. Bei einer Erkrankung der Analdrüse sollte am besten frühzeitig ein Tierarzt aufgesucht werden. Dieser kann die Analdrüsen nach gründlicher Untersuchung ausdrücken.
Um mein Analdrüsenproblem endlich wieder längerfristig zu lösen, probieren Mama und ich nun diverse natürliche Mittelchen, die entweder in mein Essen gemischt oder mir zusätzlich als Leckerli gereicht werden. Ich hoffe so sehr, dass die Heilkräuter und Supplemente etwas nutzen und meine Darmflora wieder in Schwung und Gleichgewicht bringen, denn regelmäßig die Analdrüsen von meiner Tierärztin ausgedrückt zu bekommen ist wirklich nicht das Wahre. Ich bin einfach noch viel zu jung um das jetzt regelmäßig auf meiner Agenda zu haben. Darauf habe ich überhaupt keinen Bock, egal wie viele Leckerlis ich davor oder danach bekomme.
Apropos Leckerli. Damit ich meinen Blogeintrag nicht mit meiner Analdrüsenthematik enden lassen muss, nun zu meiner momentanen Suche nach Essen im Wald. Es ist nämlich so, sobald sich die ersten Nächte mit Minustemperaturen anbahnen, spätestens aber wenn der erste Schnee fällt, sind einige Zweibeiner der Meinung Fleisch und allerhand anderes Zeugs im Wald verstecken zu müssen. Ich finde es natürlich super nett und toll, dass es so freundliche Menschen auf der Welt gibt, die uns Hunde wohl genährt durch den Winter bringen wollen, habe aber irgendwie das Gefühl, dass das ganze Essen nicht unbedingt für uns bestimmt ist. Ich frag mich dann aber allerdings, für wen soll es denn sonst sein? Meines Wissens sind Rehe und Hirsche Pflanzenfresser und Wildschweine und Füchse vorsorglich mit Essensresten zu füttern, damit sie nicht jagen gehen, kommt mir eigentlich auch sehr merkwürdig vor. Aber ich will das Ganze gar nicht zu sehr hinterfragen, sondern genieße es einfach, wenn ich wieder einmal etwas finde. Und ich hab wirklich schon allerhand gefunden – von Bauchfleisch bis Garnele war schon alles dabei. Da Mama und Papa meinen Essen-Such-Blick schon gut kennen und sie große Sorge haben, dass ich einmal etwas erwischen könnte, das mit Gift versetzt ist, sind sie ständig auf der Hut. Meine Chance, dass ich also große Mengen von meinen Fundstücken verschlinge, ist sehr gering. Ich geb’s zwar ungern zu, aber wahrscheinlich ist das auch gut so, denn dass das, was ich immer finde nicht wahnsinnig gesund für mich ist, muss ich wahrscheinlich nicht extra erwähnen.

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